Neue Züricher Zeitung, 02.07.2011

Im Strahlenkranz der Metropole


Eine Ausstellung zur modernen Architektur Brandenburgs in Potsdam

Nach dem ersten Weltkrieg feierte die moderne Architektur nicht nur in Berlin Erfolge, sondern auch im Umland. Eine Ausstellung in Potsdam stellt jetzt die Glanzlichter des neuen Bauens in Brandenburg von Bartning bis Mendelsohn vor.

Neue Materialien, neue Formen, neue Bauaufgaben – zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Architektur in Europa im Aufbruch, und Berlin bildete einen ihrer Kristallisationspunkte. Doch die Strahlkraft der jungen Architekturavantgarde beschränkte sich nicht auf die nervöse Metropole, sondern griff bis in die Mark Brandenburg rund um Berlin aus, in das heutige Bundesland Brandenburg.

Die Ausstellung „Aufbruch in die Moderne“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam lädt nun dazu ein, die Architektur dieser Epoche in ihren unterschiedlichen Facetten wiederzuentdecken […] Vielleicht trägt die Potsdamer Ausstellung über den „Aufbruch in die Moderne“ zu seiner Rettung bei.

Potsdamer Neueste Nachrichten, 15.04.2011

Licht, Luft und Sonne für alle


Ausstellung im HBPG zeigt den „Aufbruch in die Moderne. Architektur in Brandenburg von 1919 bis 1933“

Alles ist klar gegliedert mit Blickfängen und farbigen Einsprengseln. Gans im Sinne ihres Themas setzt die am gestrigen Donnerstag begonnene Ausstellung „Aufbruch in die Moderne. Architektur in Brandenburg von 1919 bis 1933“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte auf ein Spiel von Linien und Formen, die das wesentliche akzentuieren. Am Ende eines langen Tisches – gedeckt mit Fotos und Gebrauchsgegenständen – flimmern Bilder über die Leinwand, die in die 20er Jahre hineinversetzen. Da wird ausgelassen Charleston getanzt, die ersten Autos liefern sich Rennen, riesige Luftschiffe steigen in die Höhe. Nicht nur in der Politik weht nach dem Ende des Krieges ein hoffnungsvoller Wind. Die ganze Gesellschaft schickt sich an, einen Gemeinsinn zu entfalten mit Wohnsiedlungen im Grünen, lichtdurchfluteten Schwimmbädern und Schulen […] Leitobjekt der informativen und auch sinnlichen Ausstellung der Architekten-
kammer, die erstmals einen repräsentativen Überblick über den umfangreichen Bestand der Architektur der Moderne im Land Brandenburg gibt, ist der Musikpavillon Reinhard Mohrs von 1932 […]

Berliner Morgenpost, 24.05.2009

Auf, auf zum fröhlichen Jagen

[...] Die wissenschaftliche Federführung hat dabei der Historiker Burghart Ciesla. Ausstellungskonzeption und –architektur kommen vom Berliner Büro Frey Aichele Team. Es gelingt ihnen etwas Verblüffendes. Durch Video- und Audioinstallationen kann der Besucher den Naturraum Schorfheide und die dramatischen geschichtlichen Ereignisse etwa während der Novemberrevolution in Berlin gleichzeitig erfahren – Straßenkämpfe und Vogelgezwitscher, politische Proklamationen und das Röhren der Hirsche [...]

DIE WELT, 19.05.2009

Ein neues Museum in der Schorfheide

[...] Der Historiker Burkhard Ciesla und das Berliner Büro Frey Aichele Team sind bei der Verknüpfung von Zeit- und Jagdgeschichte Wege gegangen, die vom traditionellen Jagdmuseum weit weg führen. Trophäen und Jagdwaffen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Durch optische und akustische Installationen sollen die naturräumliche Kulisse der Schorfheide und die politisch-gesellschaftliche der nahen Hauptstadt als Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen erfahrbar werden: also Vogelgezwitscher und Straßenkämpfe; jagdliche Rituale und die Invasion der Wälder durch naturhungrige Städter. Nacktbadeszenen aus Bertolt Brechts und Slatan Dudows Film „Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?“ verweisen auf „wilde Cliquen“ großstädtisch-proletarischer Naturfreunde, die von konservativen Waldpaternalisten als Bedrohung empfunden wurden. Otto Braun erließ für die Schorfheide eine restriktive Naturschutzverordnung. Wenn es um den Wald ging, war er mehr grün als rot [...]

THE ECONOMIST 05.01.2008

Expressionist at war

[...] The Subject of „Allemagne, les Années Noires“, might be everyday fare in Berlin or Dresden, but in Paris it still has the capacity to shock. This is in part because of the contrast between the stark monochrome vision of this show and the Musée Maillol´s colourful permanent collection, which is dedicated to the plump healthy woman sculpted by a French contemporary of the German Expressionist, Aristide Maillol [...]